Die Pfeifen der Welte-Funkorgel befinden sich aufgeteilt in zwei Kammern hinter und unter der Bühne
im großen Studio 1 des NDR in der Rothenbaumchaussee.
Die Kammern haben Öffnungen, die den Klang mehr oder
weniger stark hindurchlassen, je nachdem wie weit die davor angebrachten Jalousien geöffnet werden.
Im großen
Pfeifenraum hinter der Bühne (Hauptorgel) befinden sich 1503 Pfeifen, im kleinen Pfeifenraum unter der Bühne
(Soloorgel) 511 Pfeifen.
Rechts vor der Bühne steht der Spieltisch, der mit den Orgelkammern über elektrische
Leitungen verbunden ist. Er hat drei Klaviaturen für die Hände (Manuale) mit jeweils 61 Tasten und eine Klaviatur
für die Füße (Pedal) mit 30 Tasten. Die Manuale umfassen fünf Oktaven, das Pedal zweieinhalb Oktaven.
Außerdem gibt es über 150 Schalter für Register, Koppeln und weitere Funktionen.
Die Welte-Funkorgel ist nach dem Prinzip des Multiplexsystems gebaut. Diese Erfindung des englischen Orgelbauers
Robert Hope-Jones zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde von Wurlitzer in Amerika aufgegriffen und führte zur speziellen
Entwicklung des Typs der Kinoorgel bzw. Theaterorgel.
Bei der klassischen Pfeifenorgel gibt es für jeden Ton in jedem Register eine eigene Pfeife. Beim Multiplexsystem
hingegen wird dieselbe Pfeife mehrfach benutzt in verschiedenen Registern und auf mehreren Manualen. Die Auswahl
der Pfeifen geschieht dabei mit Hilfe elektrischer Relais und pneumatischer Bälgchen und Ventile. Aus wenigen
wirklich vorhandenen Pfeifenreihen (englisch: "ranks") mit jeweils bis zu 97 Pfeifen werden so über hundert
Spielregister erzeugt.
Der besondere Klang der Welte-Funkorgel hat seine Ursachen in den Jalousieschwellern, in den fünf Tremulanten
für die ganze Orgel, im hohen Winddruck (etwa doppelt so hoch wie in Kirchenorgeln üblich) und in den Schlaginstrumenten.
Diese, wie z. B. Glockenspiel, Xylophon oder Große Glocken, werden bei Tastendruck elektropneumatisch mit an Bälgchen
befestigten Hämmern angeschlagen.
Einen Einblick in die Orgelkammern
erhalten Sie in unserer Bildergalerie.